Gesundheitskompetenz24
  • Login

Die sogenannte Histamin-Intoleranz (Histaminose)✨

Bei einer sogenannten Histamin-Intoleranz (kurz: HIT) kann es zu ganz unterschiedlichen Beschwerden kommen. Diese entstehen durch ein Ungleichgewicht oder eine Störung im Histamin-Stoffwechsel – also wie der Körper mit dem Botenstoff Histamin umgeht.

Mögliche Beschwerden 🫠

  • Reizdarm-ähnliche Symptome wie Bauchschmerzen oder „Gastritis“
  • Kreislaufprobleme, niedriger Blutdruck
  • Herzrasen oder unregelmäßiger Herzschlag
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Verstopfte Nase oder Schnupfen nach dem Essen
  • „Rotwein-Unverträglichkeit“
  • Hautveränderungen wie Nesselsucht (Urtikaria)
  • Rötungen (Flush)
  • Asthma
  • Regelschmerzen bzw. PMS

Diese Symptome sind sehr unterschiedlich und können wechselhaft auftreten, was die Diagnose erschwert. Histamin wird sowohl im Körper gebildet als auch über bestimmte Lebensmittel aufgenommen – deshalb spielt die Ernährung eine wichtige Rolle.


Was ist Histamin eigentlich? 📊

Histamin ist ein lebenswichtiger, natürlicher Stoff im menschlichen Körper. Es wirkt als Gewebshormon und als Botenstoff (Neurotransmitter) im Gehirn. Deshalb ist der Begriff „Intoleranz“ hier eigentlich irreführend – niemand ist intolerant gegen einen körpereigenen Stoff wie Histamin, Adrenalin oder Testosteron.

Probleme entstehen, wenn der Histamin-Stoffwechsel gestört ist, was zu einer Überlastung führt. Diese Störung wird als Histaminose bezeichnet. Betrifft sie vor allem das Gehirn, spricht man von Histadelie.


Wie wird eine Histaminose diagnostiziert? 🔬

Bei Verdacht auf eine Histamin-Problematik kann eine sogenannte diagnostische Diät helfen: Man ernährt sich für mindestens 14 Tage histaminarm. Wenn sich die Beschwerden deutlich bessern, ist das ein Hinweis auf eine Histamin-Belastung. Eine hilfreiche Lebensmittel-Liste findet man z. B. unter www.histaminintoleranz.ch.

Zusätzliche Labormessungen:

  • DAO-Enzymaktivität (wichtig für den Histaminabbau)
  • Histamin-Spiegel im Blut oder Stuhl
  • Funktion des Enzyms HNMT (besonders im Gehirn aktiv)
  • Nachweis histaminbildender Bakterien im Darm
  • Genetische Tests zum Histamin-Stoffwechsel
  • Co-Faktoren wie Vitamin B6, Kupfer, Omega-3-Fettsäuren
  • Hormonstatus (z. B. Progesteron)
  • Diagnostik auf KPU/HPU
  • Marker für eine Mastzellaktivierung (z. B. Tryptase)

DAO-Enzym baut Histamin ab ⚖️

DAO (Diaminoxidase) ist ein Enzym, das Histamin abbaut. Ein niedriger DAO-Wert im Blut kann auf eine Histaminose hinweisen, ist aber allein nicht beweisend. Auch normale Werte schließen eine Problematik nicht aus – daher ist die Beobachtung der Symptome unter histaminarmer Diät so wichtig.


Ursachen: Angeboren oder erworben? 💡

DAO benötigt bestimmte Vitamine wie Vitamin B6 und Kupfer, um richtig zu funktionieren. Ein Mangel daran kann den Histamin-Abbau stören. Auch zu viel Zink kann indirekt einen Kupfer-Mangel verursachen. Daher sollten diese Mikronährstoffe im Blut geprüft und ggf. ausgeglichen werden.


Weitere Einflussfaktoren 🌧️

  • Erhöhter oxidativer oder nitrosativer Stress
  • Gestörte Darmflora (zu viele histaminbildende Bakterien)

Diese Faktoren können eine erworbene Histamin-Intoleranz begünstigen und sind möglicherweise für den Anstieg an Histamin-Problemen verantwortlich.


🌿 Therapie-Möglichkeiten bei Histamin-Intoleranz

🥗 1. Ernährung: Histamin reduzieren, aber nicht ganz vermeiden

  • Vermeiden Sie histaminreiche und histaminfreisetzende Lebensmittel. Zu Beginn hilft oft eine histaminarme Diät. Diese sollte jedoch nicht dauerhaft streng sein, um Mangelernährung und soziale Einschränkungen zu vermeiden. Auch Gluten (Weizen) und Casein (Milcheiweiß) können Symptome auslösen. Eine laktosearme Diät sowie gezielte Darmsanierung sind ebenfalls hilfreich.

  • Listen finden Sie z. B. auf:

    • www.histaminintoleranz.ch

    • App Histamin Info

    • www.lebensmittel-intoleranzen.info

  • Diagnostischer Auslassversuch: Eine histaminarme Diät über mehrere Wochen hilft, die Diagnose zu bestätigen.

  • Wichtig: Eine komplette Vermeidung ist nicht sinnvoll – die Histamin-abbauenden Enzyme würden sonst „einschlafen“.

  • Bei starken Symptomen: Start mit hypoallergener Kartoffel-Reis-Diät möglich.

  • Langfristig vertragen viele Betroffene wieder gewisse Mengen Histamin. Die individuelle Toleranzschwelle ist dabei entscheidend

🧼 2. Hygiene & Lagerung

  • Strenge Nahrungsmittelhygiene: Frisch zubereiten, nicht lange lagern – so reduziert sich die Histaminbildung.

  • Trinkwasser-Tipp: Günstig sind sulfat- und hydrogencarbonatarme Sorten wie Volvic, Vio oder Magnus.

🚭 3. Lifestyle: Vermeiden Sie Histaminverstärker

  • ❌ Kein Alkohol

  • ❌ Kein Rauchen

  • ❌ Kein raffinierter Zucker

💊 4. Vitalstoffe als natürliche Histamin-Blocker

Diese Mikronährstoffe unterstützen den Histamin-Abbau:

  • Vitamin B6 (ggf. mit Kupfer): aktiviert DAO, das wichtigste Histamin-abbauende Enzym

  • Vitamin C, Zink, Mangan, Glutamin: fördern den Histamin-Abbau

  • Weitere unterstützende Stoffe:

    • Schwarzkümmelöl-Kapseln

    • Omega-3-Fischöl

    • OPC, Quercetin, Zeolith

    • CBD-Öl, Kurkuma, Boswelia

🧠 5. Spezialstoffe bei speziellen Symptomen

  • Methionin (als SAM): fördert den Histaminabbau im Gehirn – hilfreich bei „Brain Fog“

  • Progesteron: wirkt als Gegenspieler von Histamin – relevant z. B. bei PMS

🦠 6. Darmgesundheit

  • Darmsanierung mit Probiotika: Reduziert Histamin-produzierende Bakterien. Vorher: Darmflora-Analyse empfohlen.

  • Nur histaminkompatible Probiotika verwenden!

  • Weitere Optionen:

    • Heilerde

    • Trinkmoor

  • Achtung: Bakterielle Infektionen oder Schwermetallbelastung können Histaminbildung im Darm fördern.

💊 7. Enzympräparate & Medikamente

  • DAO-Tabletten (z. B. DAOsin, DAOzym, Naturdao 1.000.000): Bei Bedarf vor histaminreichem Essen oder Restaurantbesuchen einnehmen.

  • Antihistaminika (z. B. Ceterizin, Lorano): Zu Beginn täglich für 2–3 Wochen einnehmen.

  • Bei Allergien: Fenistil-Tropfen können helfen.

  • Bei Magen-Darm-Beschwerden oder MCAS: Mastzellstabilisatoren wie Cromoglycinsäure (z. B. Allergoval®, Pentatop®) möglich.

  • Schlafmittel mit Histaminblockern: z. B. Hogga Night

  • Melatonin wirkt natürlich antihistaminisch und stabilisiert Mastzellen. Es gibt Schlafmittel, die auf diesem Prinzip beruhen.

  • Achtung: Manche Medikamente hemmen das DAO-Enzym! Auch Nahrungsergänzung wie 5-HTP kann problematisch sein, weil es wichtige Co-Faktoren verbraucht.

💊 8. Medikamente & Allergien prüfen

  • Medikamente überprüfen, ob sie den Histaminspiegel erhöhen.

  • Allergiediagnostik (Pollen, Haustiere, Schimmel etc.) durchführen und Auslöser meiden.


Auch für Allergiker hilfreich? ✨

Eine histaminarme Ernährung kann auch allergische Beschwerden lindern, da Histamin eine zentrale Rolle bei Allergien (z. B. Pollen, Hausstaub) spielt. Ergänzend helfen Vitamine und pflanzliche Stoffe mit natürlicher Antihistamin-Wirkung.


Lesetipps 📚

  • „Der Histamin-Irrtum“ von Kyra Kauffmann
  • „Histamin und Seekrankheit“ von Prof. Dr. med. Jarisch

Fazit 🌟

Mit Geduld, Wissen und einer individuell angepassten Ernährung lassen sich die Beschwerden in den meisten Fällen deutlich lindern – oft sogar ganz beheben. Entscheidend ist, dass man selbst aktiv wird und bereit ist, Gewohnheiten gezielt zu verändern.

Alles Gute auf Ihrem Weg zu mehr Wohlbefinden! ❤️

Alles Gute!

Niels Schulz-Ruhtenberg

Niels Schulz-Ruhtenberg
Facharzt für Allgemeinmedizin, Sportmedizin & Ernährungsmedizin

P.S.: Mehr infos gibt es im Onlinekurs Darmgesundheit (<- Klick)

Niels Schulz-Ruhtenberg – jameda.de

Wirkungen von Histamin und die Bedeutung der verschiedenen Histamin-Rezeptoren H1, H2 und H3 (Quelle: IMD)

Quelle: https://www.kloesterl-infoportal.de

(Quelle: www.kloesterl-infoportal.de)

 

Sie möchten den nächsten Schritt machen und sich intensiver beraten und coachen lassen?

Dann ist mein neuer Ernährungsmedizin-Onlinekurs genau richtig für Sie.

Sie erhalten eine Schritt-für-Schritt Anleitung, wobei wir uns jede Woche mit einem Schwerpunkt-Thema der aus der modernen Ernährungsmedizin beschäftigen. Fokus statt Verzettelung.

In den wöchentlichen Live-Webinaren zeige ich Ihnen die konkrete Umsetzung im Alltag, gebe Ihnen Tipps, motiviere ich Sie und beantworte alle Ihre Fragen zu den Erfolgs-Strategien. Durch die wöchentlichen Live-Online-Vorträge (Webinare) werden Sie deutlich mehr motiviert, das Gelernte auch wirklich umzusetzen und dranzubleiben.

Zusätzlich erhalten Sie über die Chat-Kommentar-Funktion im Online-Kursbereich und das Forum weitere Unterstützung durch mich und die Gruppe Gleichgesinnter.

Der Onlinekurs ist auch eine ideale Ergänzung, wenn Sie bereits Patient in  meiner Sprechstunde sind.

Hier finden Sie alle Informationen zum Online-Kurs:



Besser essen, abnehmen und fitter werden war noch nie so einfach!

 

  • © 2026 Gesundheitskompetenz24
  • Datenschutzhinweise
  • Impressum
  • AGB
  • DESIGNBYDIMITRI
Gesundheitskompetenz24